Alte Tapete entfernen: Mit diesen Tricks geht es einfacher

Mann und Frau hben Spaß beim Entfernen einer alten Tapete

Unschöne Flecken, abstehende Ecken oder eine aus der Mode gekommene Wandfarbe – bereits nach wenigen Jahren machen viele Tapeten keinen Spaß mehr. Wenn ihr gar nicht mehr glücklich seid, muss ein buchstäblicher Tapetenwechsel her! Im Idealfall lassen sich alte Tapeten schnell und einfach entfernen. Je nach Untergrund und Material kann das Ablösen der Tapetenbahnen aber auch zum Kraftakt werden. Unsere Bloggerin Nina erzählt euch, wie ihr Schritt für Schritt eure alte Tapete loswerdet.

Als ich in meine Mietwohnung einzog, war ich wunschlos glücklich: Die hellen Räume wirkten einladend, der Balkon bot ausreichend Platz für meine Pflanzen und durch die praktische Aufteilung der Wohnfläche konnte ich je nach Lust und Laune meine Möbel umstellen. Bevor ich mich aber ans Einrichten und Dekorieren machen konnte, mussten die alten Tapeten weichen. Diesen Renovierungsakt habe ich eindeutig unterschätzt. Es kostete mich unheimlich viel Zeit und Nerven, die alte Tapete zu entfernen. Damit euch das nicht passiert, haltet euch am besten an folgende Tipps.

Schritt 1: Gute Vorarbeit spart Zeit

Bevor es der alten Tapete an den Kragen geht, solltet ihr an eure Sicherheit denken. Dreht als erstes die Sicherungen raus, schließlich wollt ihr anschließend die Wände befeuchten. Und wie wir alle wissen: Strom und Wasser vertragen sich nicht besonders gut. Als nächstes schraubt ihr die Steckdosenabdeckungen ab und löst die Fußleisten vom Sockel. Nur so lässt sich die alte Tapete restlos abziehen. Mit einem handelsüblichen Cuttermesser schneidet ihr dann alle Ecken vorsichtig ein. So stellt ihr beim Abziehen der Tapeten sicher, dass beispielsweise die Decke ausgespart und nicht beschädigt wird. Wenn ihr so klein seid wie ich, behelft euch mit einem Tritt oder einer Leiter. Zu guter Letzt legt ihr eine Schutzfolie oder Malerflies aus dem Baumarkt auf dem Boden aus, damit sich der Teppich nicht mit Wasser vollsaugt oder der Holzboden aufquillt und fleckig wird.

Schritt 2: Perforieren, Einweichen und das Ganze nochmal

Vielleicht zählt ihr zu den Glücklichen, die ihre alte Tapete ohne viel Brimborium entfernen können. Das ist meistens bei einlagigen Papiertapeten der Fall. Greift versuchsweise eine Ecke der Tapete und zieht diese vorsichtig ab. Wenn sie sich vollständig löst, habt ihr den Hauptgewinn gezogen! Bei Betonwänden, Raufasertapeten, fehlender Grundierung oder unzureichendem Kleber lässt sich die alte Tapete hingegen deutlich mühsamer entfernen. Jetzt geht’s ans Eingemachte. Ihr braucht für den folgenden Arbeitsschritt eine Nagel- bzw. Igelwalze. Hierbei handelt es sich um eine Metallrolle, die mit vielen spitzen Nägeln versehen ist. Mit dieser rollt ihr – erst von links nach rechts, dann von oben nach unten – über die gesamte zu entfernende Tapete. Drückt die Walze gemäßigt an. Bei zu hohem Druck beschädigt ihr womöglich den Untergrund, bei zu geringem Druck sind die Löcher nicht tief genug. Arbeitet hier besonders gründlich. Je mehr Löcher, desto besser.

Frau befeuchtet eine Tapete, um sie besser abziehen zu können
Wenn sie feucht sind, lassen sich Tapeten viel leichter von der Wand lösen

Als nächstes heißt es „Wasser marsch“. In vielen Fällen reichen warmes Wasser und Spülmittel aus. Bei besonders hartnäckigen Tapeten solltet ihr zu Tapetenlöser aus dem Fachhandel greifen, den ihr mit Wasser verdünnt. Nun tragt ihr das Wassergemisch auf die Tapetenbahnen auf. Hierfür nehmt ihr zum Beispiel eine Tapezierbürste. Mit einem Drucksprühgerät lässt sich das Wasser auf der Wand noch besser verteilen. Verfärbt sich die Tapete dunkel, habt ihr die Wand ausreichend befeuchtet. Im Anschluss muss die Tapete aufweichen. Bei Raufasertapeten reichen meist 15 Minuten aus, beschichtete Tapeten aus Latex oder Kunststoff benötigen hingegen eine Einwirkzeit von mindestens 30 Minuten. Diesen Schritt wiederholt ihr am besten ein zweites Mal.

Schritt 3: Spachtel zücken und aufatmen

Ihr seid nur noch wenige Minuten davon entfernt, eurer alten Tapete Lebewohl zu sagen. Im letzten Schritt nehmt ihr einen Spachtel zur Hand. Standard-Spachtel aus Stahl rosten schnell und sind nur schwer zu biegen. Achtet also vor dem Kauf auf die Qualität des Spachtels. Mit diesem setzt ihr am Rand einer Tapetenbahn an und zieht diese nach und nach von der Wand. Die alte Tapete sollte sich nun leicht entfernen lassen. Falls Rückstände an der Wand zurückbleiben, könnt ihr grobes Schleifpapier zur Hand nehmen.

Extra-Tipp: Abziehbare Tapeten als entspannte Alternative

Nachdem ihr diese Tipps berücksichtigt habt, seid ihr die alte Tapete los. Bevor ihr euch dazu entscheidet, mit einer herkömmlichen Raufasertapete neu zu tapezieren, hier eine Entdeckung von mir: Es gibt mittlerweile Tapeten, die sich im Handumdrehen wieder abziehen lassen. Diese sind auf der Rückseite beschichtet und lassen sich – obwohl sie genauso gut haften wie andere Tapeten – mit einem Spachtel wieder lösen. Wenn ihr auf den Look der Raufasertapete nicht verzichten wollt, ist das kein Problem; die abziehbare Variante gibt es auch als Vlies-, Vinyl- oder eben Raufasertapete. Für Räume mit hoher Luftfeuchtigkeit wie Küche und Bad eignet sich diese Art Tapete allerdings weniger.

Kurz & knapp:
Vor dem Tapezieren muss die alte Tapete entfernt werden, und zwar gründlich. Wenn ihr nicht alle Rückstände beseitigt, haftet die neue Tapete nicht nur schlecht, es bleiben auch unansehnliche Hügel zurück. Mit dem richtigen Werkzeug und ein wenig Geduld lassen sich die Tapeten aber ohne Tobsuchtsanfall in einem Rutsch abziehen.

ÜBER DIESEN AUTOR

Autorenportrait NIna
Nina, 40, liebt das stadtnahe Leben im Grünen und ihren Balkon. Sie überlegt immer mal wieder, wie sie ihre Mietwohnung umgestalten kann.

 

 

 

Fotos: koldunova_anna – stock.adobe.com; ajlatan – stock.adobe.com

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