Wohnen wie zu Omas Zeiten: Retro-Fans stellen sich Möbelstücke aus den Fünfzigerjahren ins Wohnzimmer, andere tapezieren ihr Schlafzimmer mit grellen Siebzigerjahre-Blumenmustern. Mein.Wohn-Bloggerin Nina verrät euch, welche Möbel und Accessoires ihr braucht, um euer Zuhause auf Zeitreise zu schicken.

Viele meiner Freunde leben am liebsten in der Vergangenheit. Sie verzichten nicht etwa auf ihr Smartphone oder das neueste Tablet. Dafür richten sie ihr Eigenheim gern mit Möbeln aus vergangenen Jahrzehnten ein. Woher kommt dieser Retro-Trend? Wahrscheinlich gibt es mehrere Gründe. Bei einigen Leuten weckt die Einrichtung von früher Erinnerungen an ihre Jugend – Nostalgie pur.

Für andere bedeutet das Wohnen von gestern einen bewussten Kontrastpunkt zu unserer Gegenwart, die häufig als zu schnell, zu technisch, zu unpersönlich wahrgenommen wird. Für sie ist der Plattenspieler nicht nur ein nützliches Abspielgerät für Musik, sondern ein Symbol, das hilft, zur Ruhe zu kommen und dem stressigen Alltag für die Dauer einiger Songs zu entfliehen.

„Zu bieder“ gibt es nicht

Um euer Zuhause auf Zeitreise zu schicken, müsst ihr nicht gleich die komplette Einrichtung austauschen. Wie wäre es mit einem Stilmix aus verschiedenen Dekaden? Eine Schale im Pop-Art-Stil macht sich zum Beispiel gut auf einem nüchternen, modernen Glastisch, ein altes Radio aus den Sechzigern ist ein schöner Kontrast zum neuesten Ultra-HD-Fernseher. Vielleicht ist ja gerade das der Reiz des Retro-Wohnens: Dass ihr euch frei und spielerisch an verschiedenen Stilrichtungen bedienen könnt – und eurem Häuschen damit einen ganz unverwechselbaren Charakter verleiht.

Bestes Beispiel: die Fünfziger. War das nicht eine ziemlich spießige Zeit? Nicht für echte Retro-Fans. Das Wohnzimmer aus der Adenauer-Ära erfährt gerade eine späte Renaissance. Mit einem Nierentisch aus dunklem Holz und samtenen Cocktailsesseln in gedeckten Pastellfarben. Licht spendet eine originale Tulpenlampe, die damals in keiner Wohnung fehlen durfte.

Der praktische Vorteil dieser Einrichtung: Viele der Möbelstücke könnt ihr günstig auf dem Flohmarkt oder im Second-Hand-Laden kaufen. Oder einfach direkt bei euren Großeltern oder Eltern nachfragen, ob ein paar ihrer Vintage-Stücke noch im Keller stehen. Ich bin sicher: Sie werden sich freuen, dass sich endlich wieder jemand für die Anrichte aus dunklem Teakholz interessiert.

Bunt, bunter, Siebziger

Der zweite große Retro-Trend sind die Siebzigerjahre. Damals haben sich die Menschen nicht nur mit Schlaghosen und Rüschenhemden aufgehübscht, sondern auch ihr Zuhause ordentlich aufgemöbelt. Neben bunten Tapeten mit großflächigen Blumenmustern gehören dazu Möbelstücke wie der berühmte Kugelsessel, bunte Plastikstühle und natürlich die obligatorische Lavalampe.

Ein kleiner Überblick über die Wohninnovationen der Siebziger:

Meine Mutter hatte ein Jugendzimmer in diesem Stil, da war sie 16 – heute richten längst erwachsene Mitdreißiger ihr Schlafzimmer genauso ein. Ein möglicher Grund: Nie war es leichter, das ausgeflippte Lebensgefühl dieser Zeit in das eigene Zuhause zu bringen. Das Internet ist schließlich voll von Vintage-Börsen mit Möbeln aus den wilden Siebzigern.

 

Über diesen Autor

Nina, 38, wohnt im Hamburger Speckgürtel, liebt das stadtnahe Leben im Grünen und ihren Balkon. Bisher ist ihre Mietwohnung noch weitgehend Smart-Gadget-frei – bei Zenbo könnte sie jedoch schwach werden.

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